Ist eine Reise in den Nahen Osten empfehlenswert?

Die politischen Unruhen im Nahen Osten sorgen bei Reisenden für Unsicherheit und Verwirrung. Es sollte genau überlegt werden, in welche Länder die Reise angetreten wird und in welche nicht. Die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes sollten dabei ernst genommen werden.

Der Nahe Osten als vielfältige Reiseregion

Was ist überhaupt der Nahe Osten? Der Begriff ist ja nur ein gefühlt geografischer und hat keine festen Grenzen. Dementsprechend unterschiedlich fallen auch die Reiseempfehlungen aus. So zählen eigentlich die Länder Nordafrikas wie Tunesien, Marokko und Algerien von der Landschaft her nicht mehr zum Nahen Osten, von der Politik, der Kultur und der Geschichte her allerdings schon. Vor allem das friedliche Königreich Marokko gilt als sicheres Reiseland, einen Urlaub dort können Sie derzeit ohne Vorbehalt buchen. Für Tunesien, obwohl ein klassisches Urlaubsland, gilt das nur bedingt, hier sollten Sie über Ihr Reisebüro oder das Auswärtige Amt vor der Buchung Informationen einholen.

Immer den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes folgen

Die Türkei ist sicher das sicherste und am meisten gebuchte Ferienziel, das mit dem Begriff Naher Osten in Verbindung gebracht wird. Beliebteste Ziele sind hier die ganz auf europäische Gäste eingerichteten Ferienorte am Mittelmeer und die Metropole Istanbul, die beide zum europäischen Teil der Türkei gehören. Auch der abgelegene asiatische Teil der Türkei ist nach wie vor Etappenziel von Rundreisen, die von Reisegruppen gebucht werden. Problematisch könnte es allenfalls an der Grenze zum Irak und zum Iran werden, durch Konflikte mit der kurdischen Minderheit belastete Gebiete, wo es für Sie als Tourist auch eigentlich nichts zu erleben gibt. Der Irak und der Iran sind ebenso wie Libyen keine empfehlenswerten Reiseländer. Wann sich die politische Lage dort normalisieren wird, ist derzeit nicht abzusehen. Im Iran ist das Reisen noch am ehesten möglich, sollte aber mit Bedacht geplant werden. Vor allem die Tätigkeit des Geheimdienstes und die Überwachung sozialer Netzwerke sollten Sie nicht unterschätzen. Hier sind den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes unbedingt Folge zu leisten.

Abenteuer und Risiko gegeneinander abwägen

Jordanien gehört zu den Ländern im Nahen Osten, die wegen ihrer historischen Sehenswürdigkeiten vor allem bei Kulturreisenden für Rundreisen begehrt sind. Das Land ist zwar direkt nicht so stark von den allgemeinen Umwälzungen in der Region betroffen wie andere, die Sicherheitsempfehlungen für Reisende dorthin sollten Sie allerdings beachten. Wenn Sie Menschenansammlungen vermeiden und außer an touristischen Orten, wo allgemein fotografiert wird, die Kamera aus lassen, können Sie sich durch Jordanien relativ sicher bewegen. Dies Empfehlung gilt ganz besonders auch für Ägypten. Für den Jemen gilt das leider nicht mehr, hier beherrschen derzeit Ausschreitungen und Unsicherheit den Alltag. Wenn Sie unnötige Gefahrensituationen vermeiden wollen, sollten Sie dieses Land vorerst meiden. Israel nimmt in der Welt des Nahen Ostens eine Sonderstellung ein. Gefährdet sind Reisende dort derzeit eher nicht, wenn sie sich an die offiziellen Empfehlungen halten und Gebiete des israelisch-palästinensischen Konflikts nicht grundlos betreten. Ansonsten gilt für den Nahen Osten insgesamt: Die Lust auf Abenteuer und die Risiken sollten bei jeder Reise dorthin sorgsam gegeneinander abgewogen werden.

Foto von Matthias Nordmeyer – Fotolia

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